Hallo zusammen!

Seit einiger Zeit bin ich nun wieder in Deutschland und bekomme mehr oder weniger immer zu die gleichen Fragen gestellt. Daher möchte ich diese Fragen hier mit euch teilen und sie natürlich auch beantworten.

  1. Wie war’s?
  2. Hast du das allein gemacht?
  3. Wo hast du denn da geschlafen? Wie hast du deine Wäsche gewaschen?
  4. Wie hast du das alles bezahlt?
  5. Wo hat es dir am besten gefallen?
  6. Was war das coolste, was du gemacht hast?
  7. Wie war das mit der Sprache? Sprichst du spanisch?
  8. Wie war das mit der Sicherheit? Wurde dir was geklaut?
  9. Hast du viele Leute kennengelernt?
  10. Was war das ausgefallenste, was du gegessen hast?

Wie war’s?

Meine Lieblingsfrage.  Ich weiß, die meisten Menschen sind ein bisschen hilflos, wenn es darum geht, nach einem langen Urlaub/Auszeit/Trip zu fragen, denn wo genau soll man auch anfangen bei zehn Monaten? Ich verstehe das. Und um eure Frage zu beantworten, es war der Oberhammer. Es war das beste, was ich bisher in meinem Leben getan habe und ich empfehle es euch allen an dieser Stelle. Sollten eure Gedanken um einen ähnlichen Trip kreisen, dann macht es einfach. So wie mich meine Freundin Lisa damals motiviert hat, möchte ich euch hiermit auch motivieren. Es wird großartig werden!

Hast du das allein gemacht?

Ja. Und nein. Natürlich habe ich diesen Trip allein geplant und bin alleine aufgebrochen. Tatsächlich ist man aber so gut wie nie allein, außer man will es so. Ich habe überall Leute kennengelernt und Anschluss gefunden. Viele Reisende haben den gleichen Reiseweg und da bleibt es nicht aus, dass man sich öfters mal wiedersieht

In Panama City habe ich Anfang Juli 2018 Kathrin kennengelernt, mit der ich dann Kolumbien und Ecuador bereiste und von der ich mich Ende September in Cusco, Peru schweren Herzens verabschieden musste. Dafür habe ich dann Mitte Oktober in Cusco meine Thüringer Freunde begrüßen dürfen, mit denen ich dann sechs Wochen den Süden Perus, Bolivien, Teile Chiles und Argentiniens bereiste. Und wie es der Zufall so wollte, konnte ich mich im Januar 2019 dann sogar noch mit Luisa und Joshua treffen, die gerade ihre Reise durch Südamerika begannen. Luisa habe ich vor zehn Jahren im Jugendzentrum mal betreut und nun trafen wir uns in Buenos Aires wieder. Mit den beiden reiste ich 2,5 Wochen und wir erkundeten Buenos Aires, Uruguay und die Iguazu-Wasserfälle.

Die restliche Zeit habe ich immer Leute in den Hostels kennengelernt und war daher recht wenig ganz allein.

Wo hast du denn da geschlafen? Wie hast du deine Wäsche gewaschen?

Geschlafen habe ich die meiste Zeit in Hostels in Schlafsälen mit bis zu 14 Betten und das war auch immer in Ordnung. Ich habe keine negative Erfahrung gemacht, die mir noch im Gedächtnis geblieben ist. Natürlich war es hin und wieder mal etwas laut und klar, es gibt auch Reisende, die morgens um 5 Uhr ihren Rucksack packen, aber da waren mir Ohropax gute Helfer.

Als ich mit Kathrin unterwegs war, haben wir Doppelzimmer gebucht und später waren es dann auch mal AirBnB’s, aber mit den Hostels, die ich meist einen Tag vorher gebucht habe, war ich eigentlich immer zufrieden. Klar gibt es Ausnahmen, aber das liegt auch am Budget. Wer ganz cheap bucht, muss auch dreckige Zimmer abkönnen. Ich habe mich immer so im Mittel bewegt, durchschnittlich habe ich für eine Nacht im Hostel $11 bezahlt, meist mit Frühstück. In manchen Ländern war es günstig (zB Peru $5 pro Nacht), in anderen wieder teurer (zB Galapagos $20 pro Nacht).

Wäsche waschen konnte ich eigentlich immer direkt im Hostel oder bei einer Wäscherei in der direkten Umgebung. Meist hat das dann so zwischen drei und acht Euro gekostet, waschen und trocknen.

Wie hast du das alles bezahlt?

Ich habe mir über die Jahre einen ziemlich großen Betrag angespart und was gibt es besseres als diesen in unvergessliche Momente zu investieren? Bezahlt habe ich alles mit meiner Kreditkarte von comdirect.

Gerne mache ich auch noch einen größeren Post über meine Ausgaben, falls gewünscht.

Wo hat es dir am besten gefallen?

Okay, also ich muss dazu sagen, dass jedes der Länder, die ich besucht habe, seine eigenen wunderschönen Ecken und Vorzüge hat, aber ich kann behaupten, dass es mir in Argentinien am besten gefallen hat. Es ist ein riesiges, abwechslungsreiches Land mit umwerfenden Landschaften, Patagonien, Gletschern, Pampa, Dschungel, die Iguazu-Wasserfälle. Die Menschen, die mir begegnet sind, sind herzlich und liebenswürdig, es gibt sehr gutes Essen (ich sage nur Steak) und fantastischen Rotwein. Und Buenos Aires ist die wunderschönste Stadt auf der Welt, in der ich mich einfach nur wohl gefühlt habe.

Gleich danach kommt Costa Rica. Das relativ kleine Land, was zugegeben wenig Geschichte zu bieten hat, hat von Stränden über Dschungel und Vulkanen und einer extrem hohen Dichte an Tieren sehr viel zu bieten. So viele Tiere wie in Costa Rica habe ich in keinem anderen Land gesehen (außer vielleicht auf Galapagos, aber das ist eine andere Geschichte).

Außerdem hat mir Ecuador sehr gut gefallen. Das Land ist klein, es ist unfassbar einfach zu bereisen, günstig, sicherer als Kolumbien und hat neben Galapagos noch so viel mehr zu bieten. Es gibt Vulkane, die man besteigen kann, Lagunen, die man besuchen kann, Dschungel, Wasserfälle, Züge, Nebelwälder, Märkte, Lamas und Alpakas, den Amazonas und vieles mehr.

Von der Antarktis müssen wir nicht reden, die war eine Welt für sich, umwerfend und unvergesslich.

Was war das coolste, was du gemacht hast?

Ich habe so unzählige, obercoole Dinge gemacht, aber einige sind mir besonders im Gedächtnis hängen geblieben. Dazu gehört zuallererst die Kreuzfahrt in die Antarktis, über die ich gerne noch berichten werde. Außerdem bin ich in Chile auf einen aktiven Vulkan gestiegen, habe in den Krater geschaut und bin dem schneebedeckten Berg auf einem Popo-Rutscher hinuntergesaust. Ich war im Amazonas, war in der Karibik segeln, auf Galapagos schnorcheln, in der Salzwüste Boliviens, an den größten Wasserfällen der Welt und auf Machu Picchu. Ich war in Patagonien im Gebirge und auf einem Gletscher wandern.

Wie war das mit der Sprache? Sprichst du spanisch?

Als ich in Costa Rica gelandet bin, konnte ich so gut wie gar kein Spanisch sprechen. Da es aber sehr wohl wichtig und hilfreich ist, habe ich die ersten vier Wochen einen Sprachkurs gemacht und das war auch sehr gut. Denn in touristischen Ecken findet sich zwar meist jemand, der auch Englisch spricht, aber in Ländern bzw. in Ecken, die touristisch nicht so bekannt sind, suchst du vergeblich nach einer Person, die Englisch spricht. Außerdem begegnet man dir anders, wenn du Spanisch sprichst oder es auch nur versuchst. Mein Spanisch ist zwar nicht besonders gut, aber es reicht, um im Restaurant und im Hostel klarzukommen, um Bustickets zu kaufen und um nach dem Weg zu fragen.

Wie war das mit der Sicherheit? Wurde dir was geklaut?

Das große Thema Sicherheit in Südamerika. Zu diesem Thema hat jeder eine Meinung. Besonders die Hinweise des Auswärtigen Amtes ängstigen dich zu Tode. Ich werde die Grenze übertreten und sofort sterben oder mindestens ausgeraubt werden.

Ich erinnere mich daran, mich in Guayaquil, Ecuador nicht so 100% gut gefühlt zu haben, da wir dort angestarrt wurden wie die ersten weiblichen Touristen, die je Ecuador betreten haben. Ansonsten ist mir keine Situation im Kopf hängen geblieben, in der ich mich unwohl gefühlt habe. Da ich das Glück hatte, die meiste Zeit mit netten Menschen unterwegs zu sein, musste ich auch nie abends allein durch die Gegend laufen. Ich habe mir alleine Taxis und Ubers bestellt und das war immer in Ordnung. In Patagonien war ich alleine wandern und dort habe ich mich 100% sicher gefühlt. Selbst in Buenos Aires in den übervollen öffentlichen Verkehrsmitteln war es immer okay. Geklaut wurde mir tatsächlich gar nichts.

Wenn man einige kleine Vorkehrungen trifft, ist man eigentlich auf der sicheren Seite. Aber.. passieren kann natürlich immer was, egal wo.

  • Zeige dein Hab und Gut nicht offensichtlich herum oder lass es irgendwo liegen. Auch nicht im Hostel. Sei aufmerksam.
  • Lass die Handtasche im Hostel und steck dein Handy und dein Geld lieber in innen liegende Jackentaschen mit Reißverschluss, die keiner sieht. Ich hatte außerdem eine Bauchtasche, die zwar jeder sieht, die man aber nicht so leicht klauen kann.
  • Sei nicht naiv. Meide dunkle Gassen, meide Menschenmengen, höre auf deinen Bauch. Ruf dir lieber ein Taxi oder sprich andere Menschen an, wenn du dich nicht sicher fühlst.
  • Frage im Hostel nach sicheren und unsicheren Ecken und befolge den Rat der Mitarbeiter.

Hast du viele Leute kennengelernt?

Oh Gott, ja, wo soll ich da nur anfangen?

Allein in der Sprachschule in Costa Rica habe ich zahlreiche tolle Leute kennengelernt: Fabia, Dominique und Michelle aus der Schweiz, Kiat aus Thailand, Casey aus Seattle, Silva aus Prag, Dario aus Italien, Jolene und Mayano aus Kalifornien. Bei der Freiwilligenarbeit habe ich dann Anja, Lea und Elena aus Deutschland, Sammy aus Luxemburg, Sky aus China, Hannah aus England, Amy aus Australien und Lyn aus Holland kennengelernt. Und so ging es dann immer weiter.

Ich habe mich immer wieder vorgestellt und verabschiedet. Manche Leute durfte ich sogar öfters treffen so zB Laura aus Kanada, mit der ich in Pucon, Chile den Vulkan bestiegen habe, anschließend nach Bariloche, Argentinien fuhr, sie in El Chalten, Argentinien wieder traf und sie Monate später in Buenos Aires nochmals treffen durfte. Außerdem habe ich Bijan aus Malaysia kennengelernt, die ich unheimlich gern besuchen möchte. In Peru habe ich Nayla aus Buenos Aires kennengelernt und sie später mehrfach dort getroffen ♥ In Feuerland hat sich eine internationale Truppe bestehend aus Esther aus Spanien, Gaston aus Argentinien, Michael aus Holland und Peter aus Irland gebildet, mit der ich dann Weihnachten und Silvester gefeiert habe. Dort habe ich außerdem Emilio getroffen, der eigentlich aus Kuba kommt, aber nun schon lange in Kalifornien, in Oakland lebt, auf einem Boot.

Ich habe so viele wundervolle Menschen kennengelernt und ich bin dankbar für jede einzelne Begegnung! (Alle die ich nicht erwähnt habe, seid nicht böse, ich habe euch alle noch in guter Erinnerung!)

Was war das ausgefallenste, was du gegessen/getrunken hast?

So viel verrücktes Zeug hab ich gar nicht gegessen. In Peru habe ich natürlich Meerschweinchen probiert, das war nicht so meins. Außerdem habe ich Alpaka-Steak gegessen, was mir sehr gut geschmeckt hat. Es gab chicha morada, ein alkoholfreies Getränk aus violettem Mais hergestellt.

In Ecuador gab es heißen Zuckerrohrsaft, sehr süß, und heiße Schokolade mit Käse, naja. Außerdem gibt es dort eine der Brombeere ähnliche Frucht namens Mora. Ich habe ungefähr alles gegessen, wo Mora drauf stand 😀 Auf Galapagos gab es pan de mora – ein Gebäck mit Mora-Füllung, njam!

In Argentinien gibt es viel gebratenes, gegrilltes Fleisch, gerne auch Kalb. Außerdem werden auch gerne Innereien gegessen wie zB die Nieren oder der Darm. Letzteres war jetzt nicht so der Knüller.

Zusatzfrage: Würdest du es wieder machen?

Mein Bruder würde jetzt sagen: Ich verstehe die Frage nicht. Ich würde sagen: JA!

So, das war nun mein kleiner Überblick über die oft gestellten Fragen. Wenn ihr noch weitere Fragen habt, dann lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Bis bald

Eure Stef

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