Hallo zusammen!

Hier kommt der letzte und abschließende Teil von Ecuador. Diesmal geht es um unseren Ausflug auf die Galapagos-Inseln. Viel Spaß beim Lesen!

Puerto Ayora / Isla Santa Cruz

Nach einem 90minütigen Flug vom Flughafen Guayaquil in Ecuador kommen wir auf den Galapagos-Inseln an und zwar auf der Insel Baltra, einer kleinen Insel neben Santa Cruz und somit ziemlich weit weg vom Ort Puerto Ayora. Die Landschaft hier ist sehr trist, alles ist ziemlich trocken, es gibt nur kleine Büsche oder Kakteen, der Himmel ist bewölkt und unser erster Gedanke ist: „Und das ist es jetzt?“

Nachdem unser Gepäck vom Flughafenhund beschnüffelt wurde, dürfen wir den Flughafen verlassen. Dort stehen Busse bereit, die uns zur Fähre bringen, denn wie gesagt, Baltra ist eine Insel. Anschließend müssen wir mit dem Taxi einmal die komplette Insel durchqueren. Auf dem Weg zeigt uns unser Taxifahrer die ersten riesigen Schildkröten, die einfach so am Wegesrand stehen und futtern. Es ist wie in einer anderen Welt. Die Mitte der Insel ist saftig grün und meistens regnet es dort. Allerdings sind hier deswegen auch die Schildkröten zu finden, die wir später noch besuchen werden.

Wir fahren ins Hostel, was etwas schwer zu finden ist, weil der Taxifahrer den Hostelnamen falsch versteht und es auf maps.me auch leider falsch eingetragen ist. Nachdem wir eingecheckt haben, fährt uns Hostelbesitzer Luis, der auch Taxifahrer ist, ins Zentrum und wir schlendern dort ein wenig durch den Ort. Schon auf den ersten Metern sehen wir Seelöwen in der Sonne liegen, unzählige kleine schwarze Meeresechsen durch die Gegend krabbeln und haufenweise rote Krabben auf den schwarzen Steinen sitzen. Anschließend laufen wir zum Pier, wo wir – einfach so – mehrere Schwarzspitzenhaie, eine Meeresschildkröte, allerlei Seevögel und weitere Seelöwen sehen. Es ist beeindruckend, mit welcher Ruhe die Tiere in der Gegend rumliegen und sich so gar nicht von den Menschen stören lassen.

Diese Herrschaften werden uns in den nächsten Tagen massenhaft begegnen

Am nächsten Morgen fahren wir zusammen mit Rosita, der Hostel-Besitzerin, in den Ort. Dort zeigt sie uns die laguna de las ninfas – die Lagune der Nymphen. Anschließend machen wir uns auf den Weg zur Tortuga Bay, wo wir schnorcheln gehen wollen. Leider sehen wir gar nichts, da das Wasser trüb ist und sich die Tiere entweder weiter draußen oder in den Mangroven befinden. Nach dem Mittagessen laufen wir zu Las grietas (zu dt. die Risse), einer riesigen Steinschlucht mit klarem Wasser, in der man auch schnorcheln kann. Hier sehen wir zumindest ein paar recht große Fische. Die Natur hier ist unwirklich. Alles ist vertrocknet, es stehen riesige Kakteen überall, die so groß wie Bäume sind. Überall fliegen verschiedene Arten des Darwin-Finken herum, die ziemlich aufdringlich werden, sobald sie etwas zu essen sehen (Hitchcock’s Die Vögel lässt grüßen).

Der Weg zur Tortuga Bay ist recht trocken
Auf dem Weg zur Tortuga Bay
Las Grietas
Am dritten Tag gehen wir mit Hostelbesitzer Luis auf eine Tour. Erst zeigt er uns los gemelos (zu dt. die Zwillinge), zwei riesige Erdlöcher, die nebeneinander liegen. Dort ist vor vielen Jahren die Erde einfach abgesackt, weil darunter vermutlich Lavatunnel sind, das weiß keiner so genau. Danach fahren wir zum Schildkrötenreservat „El Chato“. Die Schildkröten sind wirklich riesig und steinalt. Sie erinnern mich stark an E.T.. Sie sind langsam und schwerfällig und ich kann sie atmen hören.
Zum Größenvergleich: links ich, rechts ET

Anschließend geht es zu den Lavatunneln. Dort hat sich vor Jahrtausenden die Lava ihren Weg durch den Stein gesucht und heutzutage kann man die großen Tunnel durchwandern. Anfangs ist der Tunnel noch 5m hoch, aber je weiter wir kommen, desto enger wird es. An einer Stelle, kurz vor dem Ausgang, soll es eine sehr enge Stelle geben, durch die man sich quasi durchschieben muss. Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich Höhlen, vor allem enge Höhlen nicht mag? Der absolute Albtraum wären unter Wasser stehende Höhlen für mich. Uargh. Ich bin tatsächlich sehr angespannt, je weiter wir kommen. Allerdings stellt es sich heraus, dass die enge Stelle ca. einen Meter hoch ist und man sich problemlos über ein Brett durchschieben kann. Trotzdem bin ich froh, als ich wieder das Sonnenlicht erblicke.

Zitat Stef: „In den Schildkrötenpanzer klettere ich aber nicht, den Touri-Scheiß mach ich nicht mit.“ Ja, genau.
Am Nachmittag besuchen wir noch das Darwin-Center und gehen früh ins Bett, da wir am nächsten Morgen das frühe Boot zur Isla Isabela nehmen wollen.
Einmal durchzählen bitte

Puerto Villamil / Isla Isabela

Zwei Mal täglich fahren Boote zur Isla Isabela, am frühen Morgen und am Nachmittag. Die Überfahrt dauert 3 Stunden, je nach Seegang, und kostet $30. Das Wassertaxi, das uns zum Boot bringt, kostet $0,50. Die Überfahrt ist heftig, das Boot fährt so schnell, dass es über die Wellen rast und immer wieder auf dem Wasser aufklatscht. Das gestaltet sich ziemlich hart und teilweise fürchten wir, dass das Boot einfach auseinander bricht. Als wir an der Isla Isabela ankommen, müssen wir wiederum $1 für das Wassertaxi bezahlen und zudem noch $10 als Eintritt für die Insel. Zu diesem Zeitpunkt bin ich ziemlich genervt von der Geldmacherei Galapagos‘. Denn mal ehrlich, man bezahlt am Flughafen $20 für eine Touristenkarte, ohne die man nicht auf die Inseln kommt. Am Flughafen dann $100 Eintritt zum Nationalpark Galapagos. Dann $5 für den Bus zur Fähre, $2 für die Fähre, $25 für ein Taxi zum Ort (das konnten wir uns Gott sei Dank mit einem Pärchen aus dem UK teilen) und dann nochmal Eintritt für die Isla Isabela? Und dazu kommt dann nochmal $4 für das Taxi, Unterkunft $20 pro Nacht und essen will man ja auch noch was. Isabela hat übrigens keinen Geldautomat (bzw. es gibt einen, der nicht funktioniert), also nehmt genug Geld mit. Aber sei’s drum.

Puerto Villamil ist ein richtig kleiner Ort im Süden der Insel. Der Rest der Insel ist unbewohnt und bis auf eine paar Vulkane, die man besuchen kann, nicht begehbar.

Puerto Villamil – ein verschlafenes Strandnest
Seelöwen überall.. ÜBERALL!
Aaaaawwww <3

Am Pier von Puerto Villamil gibt es einen kleinen Strand namens La Concha de perla, an dem man kostenlos schnorcheln kann und der sehr beliebt ist. Ich hatte leider meine Badesachen vergessen, aber meine Reisebegleitung war im Wasser und war begeistert, da sie Schildkröten und Rochen sah. Das Wasser ist so klar und türkisblau, das es wirklich zum Schnorcheln einlädt.

Am nächsten Tag machen wir eine Tour zu den Los tuneles, den Lavatunneln. Mit dem Boot fahren wir am Morgen zum Schnorchelplatz. Auf dem Weg dorthin erklärt uns unser Guide, dass wir eventuell einen Mantarochen sehen könnten, die bis zu 5m groß werden können. Zu diesem Zeitpunkt denke ich noch: „5m? Ja komm, übertreib‘ halt!“ Als wir dann tatsächlich etwas im Wasser sehen, denke ich zuerst es sei ein Orkawal, da ich meine, so etwas wie eine Flosse zu sehen, die auf der einen Seite weiß und auf der anderen schwarz ist. Es stellt sich heraus, es sind die Flügel eines 4m großen Mantarochens. Ich nehme alles zurück, was ich je über die Größe der Tiere gesagt habe!

Am ersten Schnorchelplatz gehen wir eine Stunde ins Wasser. Wir sehen unzählige kleine bunte Fische, ca. 2m große Weiß- und Schwarzspitzenhaie, einen Schwarm Goldrochen und mehrere riesige Meeresschildkröten, von denen eine ziemlich nah unter mir durchtaucht und mich erschreckt. 😛 Nach dem Mittagessen fahren wir zu den Lavatunneln und begegnen auf dem Weg einem einzelnen Galapagos-Pinguin, der einsam auf einem Stein im Meer steht. Bei den Lavatunneln angekommen gehen wir keine 2 Minuten, bis wir direkt vor etwa sechs Blaufußtölpeln stehen, die seelenruhig in der Sonne sitzen. Während ich mich noch wundere, wie nah wir diesen Tieren kommen – denn sie sitzen keine 3m von uns entfernt – macht mich meine Reisebegleitung auf einen Tölpel aufmerksam, der quasi direkt vor meinen Füßen sitzt. Es ist krass, wie uninteressiert und entspannt diese Tiere gegenüber Menschen sind.

Galapagos-Pinguin und chillende Seelöwen
Blue footed boobies

Die Lavabrücken über dem glasklaren Wasser sind spektakulär und überall sitzen die Tölpel und pfeifen. Auf dem Rückweg fahren wir noch am vollgeschissenen Union Rock vorbei, auf dem ein paar Nazca-Boobies aus Peru sitzen. Was für ein schöner Tag.

Am nächsten Tag machen wir eine Wanderung vorbei an diversen Stränden und riesigen Exemplaren der schwarzen Meeresechsen zur muro de las lagrimas – der Mauer der Tränen. Etwa 5 km westlich von Puerto Villamil findet man die Überreste der Mauer, die von Sträflingen unter schlimmsten Bedingungen gebaut wurde. Beim Bau sind viele Sträflinge ums Leben gekommen, was der Mauer ihren Namen gab.

Die Mauer der Tränen
Blick auf Puerto Villamil

Puerto Baquerizo Moreno / Isla San Cristobal

Um nach San Cristobal zu kommen, müssen wir ein Boot zurück nach Santa Cruz nehmen und von dort aus wiederum ein Boot nach San Cristobal. Eine direkte Verbindung gibt es nur mit dem Flugzeug.

Puerto Baquerizo Moreno
Von allen Inseln gefällt es mir hier am besten. Die Strände sind übersät mit Seelöwen und ihren Babies, Seevögeln und Krabben. Die größte Sehenswürdigkeit hier ist der Kicker-Rock, ein Felsen inmitten des Meeres, um den sich viele Tiere tummeln. Außerdem gibt es eine 360°-Tour, die einmal – wie der Name schon sagt – um die Insel herum führt. Diese Tour buchen wir für den nächsten Tag, müssen aber bei Ankunft feststellen, dass leider keine Gruppe zustande kam und sie auf morgen verschoben wurde. Wir sind etwas angefressen, da wir uns ziemlich darauf gefreut haben. Der Agency-Inhaber, der von unserer Hostelbesitzerin auch La cucaracha (zu dt. Küchenschabe) genannt wird – aus Gründen – bietet uns aber eine andere Tour an. Eine Tour über die Insel im privaten Taxi mit José. Wir fahren zur Schildkrötenstation El Galapaguero, zum Strand von Puerto Chino und zur Lagune El Junco – von der wir überhaupt nichts sehen, da Nebel.
Seehunde <3
Pelikane, komischer anderer Vogel und Darwinfink
Schildkröten, Krabben und Hummer
Am Nachmittag besuchen wir den Cerro Tijeretas, gehen schnorcheln und laufen zum love beach Punta Carola, der voller Seelöwen und Pärchen ist.
Schnorchelplatz
Schildkröte <3

Am nächsten Tag findet die Tour nun endlich statt. Wir bekommen unsere Ausrüstung und wir steuern als ersten Stopp den león dormido – den schlafenden Löwen – oder auch Kicker-Rock an. Der riesige Felsen steht einfach so im offenen Meer. Seine Wände fallen steil ins Bodenlose ab und sind mit scharfen Muscheln übersät. Es ist irgendwie gruselig so im offenen Meer zu treiben, man sieht keinen Boden und ich bin wirklich nervös. Außerdem haben wir hier die Möglichkeit, Hammerhaie zu sehen. Hammerhaie gelten als die aggressivsten Haie – zugegeben eine andere Art als die hier vorkommenden – aber trotzdem bin ich angespannt. Wir sehen einige Meeresschildkröten schwerelos im Meer schweben, aber sonst nichts nennenswertes. Ich bin erleichtert, als wir wieder im Boot sind.

Kicker Rock in seiner vollen Pracht
An der Bahia Sardina sehen wir Meeresschildkröten, Rochen und Papageienfische. An der Punta Pitt, dem nördlichsten Punkt der Galapagos-Inseln essen wir vor einer wunderschönen Kulisse zu Mittag. Als wir danach zum Playa Rosa Blanca fahren begegnet uns eine Gruppe Delfine und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, sehen wir auch noch einen Buckelwal mit Baby. <3 Am Playa Rosa Blanca wandern wir über den feinen weißen Sand. Der Kontrast zu den schwarzen Steinen und dem türkisen Wasser ist entzückend. Danach laufen wir über schroffe Steine zum letzten Schnorchelplatz. Das Wasser ist trüb und ich bin ziemlich genervt von unserem Guide, der relativ schnell umherschwimmt und uns immer zu sich ruft. Trotz allem sehen wir wieder Haie, Schildkröten und sowohl Stachel- als auch Adlerrochen.
Lunch with a view, Punta Pitt
Buckelwal <3
Playa Rosa Blanca
Die Fahrt zurück nach Puerto Baquerizo Moreno ist holprig und rau, es schaukelt heftig, ich werde nass und muss mich zudem sehr gut festhalten. Auch das war ein zauberhafter Tag. Am nächsten Tag geht es dann schon wieder zurück aufs Festland. Raus aus der Blase Galapagos, 1000 km entfernt vom Kontinent.

Ein paar Gedanken zu Galapagos

Zuerst war ich begeistert, dann etwas ernüchtert, aber mittlerweile bin ich froh, dass ich dort war. Mir ging die ganze Geldmacherei ziemlich auf die Nerven. Es wird an jeder Stelle die Hand aufgehalten, die Touren sind teuer, die Hostels sind teuer, die Lebensmittel sind teuer, alles ist teuer auf Galapagos. Allerdings ist es zum einen auch eine Tourismus-Insel (der Tourismus wird allerdings mittlerweile stark hinterfragt und es steht die große Frage im Raum, ob die Touristen mehr kaputtmachen als zu retten) und zum anderen ganz einfach eine Insel, die 1000 km vom Festland entfernt ist. D.h. geht dein Herd, dein Kühlschrank, dein Tisch, was auch immer kaputt, musst du dir einen einfliegen oder verschiffen lassen und das ist nun mal teuer. Und nicht nur das, sämtliche Lebensmittel und alles, was es dort auf der Insel gibt, muss eingeflogen oder verschifft werden. Und zu guter Letzt müssen die Leute selbst ja auch irgendwie auf der Insel leben.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich es bisher in keinem Land erlebt habe, dass Tiere so nah und gleichgültig auf einer Insel rumliegen. An manchen Stellen mussten wir wirklich aufpassen, nicht auf die kleinen Meeresechsen zu treten, die schwarz wie sie sind auf schwarzen Steinen rumliegen. Ich habe unzählige schnuffelige Seelöwennasen fotografiert und es ist durchaus beeindruckend, wie einfach man dort Tiere sehen kann (und wie nah), die man sonst nur aus dem Zoo kennt. Es ist außerdem erfrischend zu sehen, wie sich Tiere verhalten, die keine Angst vor dem Menschen haben.

Und ich muss zugeben, dafür dass Galapagos normalerweise sehr preisintensiv ist, haben wir es geschafft mit $1200 für 10 Tage inkl. Flug, Unterkunft, Verpflegung und Touren zurecht zu kommen. Es gibt eben auch viele Dinge, die man ohne Tour und kostenlos auf den Inseln machen kann. Wenn man will. Natürlich gibt es auch Cruises, die dich an ganz andere Ecken der Inseln bringen können, aber das hat dann eben auch seinen Preis. Wir sprechen hier von $800 für einen 4-Tages-Cruise. Es ist also theoretisch für jedes Budget was dabei. Und mal ehrlich, wie viele Leute können schon behaupten, auf den Galapagos-Inseln gewesen zu sein? 😉

Wart ihr denn schon einmal auf den Galapagos-Inseln? Wie waren eure Eindrücke und Erfahrungen? Habt ihr schon mal irgendwo anders Tiere in freier Wildbahn so nah erleben können?

Liebste Grüße
Stef

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