Hallo zusammen!

Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil von Kolumbien. Falls ihr den ersten noch nicht gelesen habt, dann holt das einfach geschwind hier nach.

Guatapé und El Peñol

Wie gesagt, gibt es auch um Medellin etwas zu sehen. So zB das kleine malerische Dörfchen Guatapé unweit vom riesigen Monolith El Peñol, den man mit 659 knackigen Stufen erklimmen kann.

El Peñol vom See aus gesehen
Guatapé in voller bunter Pracht
Links neben diesem bunten Laden gab es den allerbesten Milo (kalte Schokolade), den wir in ganz Kolumbien getrunken haben

Keine Ahnung, wie die damals die Treppen dahingezimmert haben

Da leider ein paar Leute aus der Gruppe zu spät zum Bus kamen, mussten wir die Treppen quasi hochrennen, um überhaupt noch etwas sehen zu können, da die Sonne schon untergegangen ist. Dafür war der Ausblick mit der untergehenden Sonne auch ziemlich nice.

Bogotá

Bogotá ist die Hauptstadt von Kolumbien, neun Stunden entfernt von Medellin und liegt 2650 m über dem Meeresspiegel. Es ist das erste Mal, dass ich so hoch bin. Als wir am Abend in Bogota ankommen und ins Hotel einchecken ist noch alles gut. Die nette alte Lady gibt uns ein paar Tipps für die Höhe: lasst es ruhig angehen, trinkt viel (keinen Alkohol!) und esst leicht. Am nächsten Morgen merke ich nach dem ersten Schluck Wasser, dass sich die Höhe bemerkbar macht. Mir ist schlecht und ich habe Kopfschmerzen. Nach dem Frühstück zurück im Hostel frage ich die nette alte Dame, ob ich einen Cocatee haben könnte. Denn die Blätter der Coca-Pflanze als Tee eingenommen helfen dem Körper, aus der dünnen Luft mehr Sauerstoff aufnehmen zu können.

Mit einer Tablette gegen Seekrankheit geht es mir dann auch etwas besser, sodass wir zusammen mit Juliana, einer Bekannten meiner Reisebegleitung, den Monserrate besuchen können – ein 3100 m hoher Berg, der einen wunderbaren Blick auf Bogota bietet.

Monserrate 3100 m

Am Abend treffen wir uns wieder mit Juliana, die seit 12 Jahren in Bogota wohnt und bekommen einen Einblick in die Herzlichkeit der Menschen und in das Leben in Bogota. Selbst für Juliana gibt es in Bogota Stadtviertel, in die sie nur sehr ungern oder gar nicht geht. Sie wurde schon überfallen. Das scheint in Bogota dazuzugehören. Es zeigt mir wieder einmal, wie gut es uns in Deutschland geht.

Bogota hat auch kleine Gässchen zu bieten

Salento

Salento liegt in der Kaffeeregion, ungefähr zwölf Stunden entfernt von Bogota. Es ist ein kleines, malerisches Örtchen, das zum Shoppen und Kaffee trinken einlädt. Außerdem ist Salento der Ausgangsort zum Valle de Cocora, wo die höchsten Palmen der Welt wachsen.

Weiße Fassaden und bunte Holzbalkone <3

Nachdem wir erst den Ort erkunden und eine Kaffeetour machen, nehmen wir die Wanderung im Valle de Cocora in Angriff. Mit dem Jeep fahren wir etwas mehr als 30 min zum Ausgangspunkt der Wanderung. Die komplette Wanderung wird insgesamt 5 Stunden dauern. Es geht erst relativ easy einen ebenen Weg entlang, bevor wir in den Wald kommen und etwas Steigung dazukommt.

Am Anfang ist der Hike noch ziemlich easy, 45min geht es durch ein saftig-grünes Tal
Die Wachspalmen überragen alles andere

Auf dem Weg müssen wir mehrmals den Fluss überqueren, dessen Brücken ziemlich weit entfernt sind vom deutschen Standard. An einer Stelle besteht die Brücke aus drei zusammengebundenen Holzstämmen.

Brücke auf kolumbianisch 🙂
Auch Brücke auf kolumbianisch

Nach einiger Zeit kommen wir in Acaime an, dort gibt es ein heißes Getränk und einen Kolibrigarten. Als wir wieder zurück auf den Weg wollen, nehmen wir leider die falsche Abzweigung und laufen insgesamt eine Stunde steil bergauf in die falsche Richtung. Erst als uns ein Tourguide mit seinem Schützling begegnet, stellen wir fest, dass wir falsch sind. Also wieder zurück und den anderen Weg suchen. Wir sind wirklich absolute Profi-Hiker. Nicht. Letztendlich finden wir den richtigen Weg und kommen zum höchsten Punkt auf 2860 m, von dort aus geht es zum Tal der größten Palmen auf der Erde. Ab jetzt geht es nur noch abwärts, was mir sehr entgegenkommt. Die bis zu 60m hohen Palmen stehen majestätisch im Tal und eröffnen uns einen wunderbaren Ausblick.

Höchster Punkt der Wanderung mit 2860 m, der Aufstieg war recht anstrengend
Blümchen und Vögelchen
Valle de Cocora mit seinen bis 60m hohen Wachspalmen
Happy Stef, ab hier gehts nur noch abwärts 😀

Zurück im Tal fängt es an zu regnen, was für ein Timing. Mit dem Jeep geht es zurück nach Salento, unter die Dusche und ab ins Bett.

Cali

Von Salento fahren wir insgesamt vier Stunden nach Cali, der Stadt des Salsa (und des Cali-Kartells, das aber viel weniger berühmt ist als das Kartell um Escobar). Mit Paul machen wir die Salsa- und Stadttour durch Cali. Er zeigt uns den berühmten Cali pachanguero der bekannten Grupo niche, wir tanzen Salsa auf der Straße, stehen unter riesigen trompetenähnlichen Gebilden, um das Lied zu hören, essen chontaduro (Palmfrucht mit Salz und Honig) und ich gewinne sogar eine CD der Grupo niche. Wir besuchen die berühmte Katze am Fluss und erfahren alles über die Geschichte Calis.

Cali Downtown
La Ermita Kirche – sieht ein bisschen aus wie das Disney Schloss
Inside of La Ermita <3

Wir besuchen die Christo rey Statue und mit besuchen meine ich, wir haben uns ein Uber bestellt und wollten uns hochfahren lassen (weil wir faul sind). Allerdings mussten wir die letzten Kilometer laufen, da alles gesperrt war für Fahrräder -.-

Christo rey – steht nicht nur in Rio de Janeiro, sondern überall anders in Kolumbien, Ecuador und Peru auch 😀
Chontaduro und die Katze am Fluss

Popayan

Popayan, die weiße Stadt, ist nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zur Grenze. Wir verbringen dort nur eine Nacht. Das historische Zentrum ist komplett weiß gestrichen.

Ipiales

Ipiales ist eine Grenzstadt direkt an der Grenze zu Ecuador und das merkt man auch. Nichts besonderes, eher so Transitstadt. Aber in der Nähe gibt es eine bekannte Sehenswürdigkeit: die Kirche Las Lajas, die in eine Schlucht gebaut wurde.

Mit dem Taxi lassen wir uns zur Kirche fahren und laufen hinab in die Schlucht. Die grau-weiße, wunderschöne Kirche ist mitten in die Schlucht gezimmert wurden. Was für ein Anblick.

Santuario de las lajas
Von innen, so schön bunt

Von Ipiales aus ist es nur ein Katzensprung zur ecuadorianischen Grenze. Die Grenze ist überfüllt mit Menschen aus Venezuela, die anscheinend schon mehrere Stunden bis Tage darauf warten nach Ecuador einreisen zu dürfen. Durch den Verfall des Ölpreises ist die Situation in Venezuela katastrophal, im August wurde die Währung auf einen Schlag um 96% entwertet. An Geldautomaten kann man maximal 25 Cent abheben. 25 Cent! Auch an den anderen Grenzen werden uns viele Menschen aus Venezuela begegnen.

Für uns ging es relativ schnell über die Grenze. Erst aus Kolumbien auschecken, dann in Ecuador einchecken. Niemand kontrolliert die Rucksäcke, wir müssen nichts ausfüllen, nach drei Stunden ist es geschafft.

Thema Sicherheit

„Meine Eltern sind ausgeflippt, als ich gesagt habe, ich gehe nach Kolumbien!“ Diesen Satz habe ich von vielen (Allein-) Reisenden gehört. Meine Eltern sind nicht ausgeflippt, waren aber angemessen besorgt. Guerillas, Rebellen, Escobar, drugtraffic, Korruption, Armut – um nur einige Schlagwörter zu nennen. Die Sorgen sind – zugegeben – nicht unbegründet, denn Kolumbien befindet sich offiziell erst seit letztem Jahr in Frieden. 2017 wurde der Friedensvertrag mit der Rebellenorganisation FARC unterzeichnet. Es gab Bürgerkriege, Drogenkriege, Guerillakriege, links gegen rechts, es war so einiges los, es gab viel Leid in Kolumbien. Doch als Tourist bleibt man davon relativ unbehelligt. Im Gegenteil, durch die heftige Vergangenheit, sind die Einheimischen umso froher darüber, dass nun endlich Ruhe einzukehren scheint und sie sind herzlich und freundlich und freuen sich über jeden Touristen, der sich trotz der gruseligen Warnungen des Auswärtigen Amtes ins Land traut. Und sind wir mal ehrlich, solange du dich als Tourist nicht dumm verhältst, bist du sicher. Gehe nicht des Nachts allein in dunkle Gassen, begib dich nicht in zwielichtige Situationen, zeig deine Wertgegenstände nicht herum, höre auf deinen Bauch/deine Intuition, lass dich nicht volllaufen und mach dumme Sachen. Don’t give Papaya, wie man in Medellin sagt: gib Dieben und zwielichtigen Gestalten einfach nicht die Möglichkeiten, dich zu beklauen und alles ist gut. Pass gut auf deine Papaya auf 😀

Fazit

Kolumbien hat mir sehr gefallen, wir haben viel erlebt, viel gemacht. Die Freundlichkeit der Menschen, die saftigen grünen Landschaften und die geschichtsträchtige und dunkle Vergangenheit des Landes haben einen ganz besonderen Charme. Auch wenn euch alle sagen, es sei zu gefährlich, traut euch und ihr werdet mit unfassbaren Landschaften, herzlichen Menschen und jeder Menge schönen Momenten belohnt!

Wart ihr schon mal in Kolumbien? Wie hat es euch gefallen? Würdet ihr nach Kolumbien reisen?

Bis bald

Eure Stef

4 Kommentare

  1. Vielen lieben Dank Stef für Deinen Bericht.Wenn man selber nicht mehr reisen kann ist man doppelt froh über so ausführliche Berichte.Viel Spaß weiterhin und bleib schön gesund.Liebe Grüße von Hildchen.

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