Nun bin ich schon fast vier Wochen in Costa Rica. Die Zeit vergeht rasend schnell. Ich möchte euch gern berichten, wie es die ersten Wochen für mich hier gewesen ist und was ich so getrieben habe.

Hola chicos!

Am 20.04. bin ich nach einem langen Flug in San José angekommen und nachdem mich dann Eddie – meinen „Chaffeur“ – gefunden hatte und mich zum Hostel fuhr, stellte sich direkt gleich wieder dieses „Costa Rica Gefühl“ ein. Ich war froh wieder hier zu sein. Nachdem mich Eddie im Backpackers Hostel abgesetzt hatte, fühlte ich mich schon etwas verloren, da die anderen Reisenden den Eindruck machten, sie seien allesamt schon mindestens 5 Jahre unterwegs und jeder konnte perfekt Englisch und natürlich auch Spanisch sprechen. Ich war ziemlich froh, als ich Sabrina – eine Schweizerin – aus meinem Zimmer kennen lernte und jemanden zum Quatschen hatte.
Am nächsten Tag ging es für mich dann mit dem Bus weiter nach Sámara, wo ich die nächsten vier Wochen Spanischunterricht haben sollte. Die Busfahrt dauerte insgesamt 5 Stunden und der Bus hatte natürlich keine Klimaanlage, dafür aber sehr wohl Fenster 😛 Denn auch wenn Costa Rica kein großes Land ist (Costa Rica ist etwa 10.000m² größer als die Schweiz) braucht man ziemlich lange mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, da das Straßennetz nicht so gut ausgebaut ist wie etwa in Deutschland.
Während meiner Schulzeit würde ich bei einer Gastfamilie leben, die ich nach meiner Ankunft gleich kennen lernte. Anfangs war der Umgang zugegeben noch etwas förmlich, da ich kein Spanisch sprach und meine Gasteltern bis auf ein wenig Englisch nur Spanisch sprachen. Mit der Zeit wurde es allerdings immer besser, da ich immer mehr verstand und auch ein paar Worte sprechen konnte. Es versteht sich von selbst, dass mein Spanisch schon nach zwei Wochen perfekt war. Sí, claro! Was sonst? 😀 (Aber bitte, stellt keine Fragen auf Spanisch, Fragen sind der Teufel 😛 )

An meinem ersten Tag in Sámara hab ich erstmal den Ort erkundet und die Schule gesucht. Um zur Schule zu gelangen, kann ich über den Strand laufen und ich erinnere mich noch gut,  als ich das erste Mal den Strand entlangmarschiert bin. Schuhe aus, Füße ins Wasser! Ich dachte so bei mir: „Mensch, du bist echt hier! Du hast echt alles aufgegeben und bist alleine nach Costa Rica gegangen!“ Kneif mich mal jemand, ich bin wirklich hier. Ihr müsst euch das ganze so vorstellen, bei ungefähr 30C bin ich vorbei an Palmen und anderen riesigen Bäumen zum Pazifik marschiert. Auf dem Weg bin ich ein paar Leguanen, Bunthörnchen und Loros begegnet und Brüllaffen bewarfen mich mit Mangos (zum Glück nicht mit ihrer Kacke). Am Strand angekommen habe ich erstmal einen Kaffee getrunken und mich dem herrlichen Gefühl ergeben, dass ich weit weg bin von Deutschland mit seinen ganzen first world problems.

Intercultura Spanish School in Sámara

An meinem ersten Schultag musste ich etwas früher kommen, um eingestuft zu werden. Natürlich war ich absoluter Anfänger und kam in die entsprechende Gruppe. Bei einer Führung durch den Ort lernte ich meine ersten Mitschüler kennen: im Alter von 20 bis 50 war alles vertreten, Menschen aus den USA, Thailand, der Schweiz, Italien, Tschechien. Und alle waren irgendwie auf einer Wellenlänge. Wie erfrischend. Und alle sind von diesem positiven Gefühl getrieben, es gibt keinen Stress, keinen Ärger. Irgendwie haben wir alle das gleiche Ziel. Wir brauchen eine Auszeit und wir wollen weit weg von unserer Heimat neue Erfahrungen machen und die Welt und uns selbst besser kennen lernen.

Der Unterricht findet von Montag bis Freitag täglich für vier Stunden statt. Es gibt zwei Blöcke: einen vormittags und einen nachmittags. Die Blöcke wechseln täglich. Am ersten Tag hatte ich am Nachmittag Unterricht, dementsprechend am nächsten Tag am Vormittag. Die Lehrer wechseln wöchentlich. Und ja, es gibt Hausaufgaben!
Die Schule selbst bietet außerdem verschiedene Aktivitäten an wie Tanzstunden, Kochunterricht, eine Wanderung zum playa secreta – zum geheimen Strand, und vieles mehr. Zudem können fürs Wochenende Touren gebucht werden, die allerdings extra bezahlt werden müssen.

Mirador (Aussichtspunkt) auf dem Weg zum playa secreta

Nach den ersten Tagen hatte ich erstmal das Gefühl, mehr machen zu müssen. Denn tatsächlich bestand mein Tag aus Essen, Schule, Hausaufgaben und Lesen. Ihr müsst aber wissen, dass es in Sámara, das im Bezirk Nicoya in Guanacaste liegt, immer mindestens 30C warm ist und durch das Meer auch eine gewisse Luftfeuchtigkeit vorherrscht. Das macht ziemlich platt, auch wenn ich mich mittlerweile etwas daran gewöhnt habe. Aber ich bewundere jeden, wirklich jeden, der bei diesem Klima irgendeine Art von Sport außerhalb des Meeres betreibt. Wenn ich nur zur Schule laufe, läuft gleichzeitig der Schweiß in Strömen. Und diese Art von Langsamkeit gefällt mir irgendwie gut. Alles ist tranquilo. Dazu kommt natürlich auch, dass insgesamt die Möglichkeiten in dem kleinen Ort beschränkt sind. Hier wohnen knapp 4000 Menschen, es gibt ein paar kleine Läden, Touri-Läden und Restaurants und sonst nichts. Als mir letztens meine Sandalen kaputtgegangen sind, fragte ich meine mamá tica, wo ich denn welchen kaufen könnte. Sie sagte, in Nicoya. Das ist 45 min mit dem Bus bis dahin. Okay gut, dann müssen es eben die Halbschuhe tun 😀

El atardecer (Sonnenuntergang) en Sámara

Morgen sind die vier Wochen Schule dann rum, ich bekomme mein Zeugnis und am Samstag fahre ich mit dem Bus zurück nach San José. Dort werde ich nur eine Nacht bleiben, da es bereits am Sonntagmorgen um 5 Uhr morgens weitergeht zum meinem Projekt, in dem ich Freiwilligenarbeit leisten werde. Falls es euch interessiert, könnt ihr hier (externer Link: klick hier) etwas mehr darüber lesen.

Nach den ersten vier Wochen kann ich sagen, es war mir eine Freude so viele tolle neue Menschen kennengelernt und erste Einblicke in die Kultur Costa Ricas bekommen zu haben. Ich bin nach wie vor sehr froh, diesen Schritt gemacht zu haben und bin gespannt, was ich in Zukunft noch alles erleben werde!

So, Leute, wie geht´s euch so? Alles okay in good old Germany?

Nos vemos!

Eure Stef

6 Kommentare

  1. Hallo Steffi!
    Ich finde es total klasse!
    Du verdienst meinen vollen Respekt- denn ich bewundere so einen Schritt immer wieder.
    Werde deine Berichte freudig mitlesen!
    Dir ganz viel Freude und gutes Miteinander
    Grüssle Elke

  2. Hallo Steffi!Bewundere Deinen Mut.Wünsche Dir gutes Gelingen für all Deine Vorhaben.Bleib schön gesund.Es grüßt herzlichst Hildchen aus Neuzelle

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